Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Grünwalder, Johann

GND 134290429 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Illegitimer Sohn des Herzogs Johann II. von Bayern-München, geboren 1392 oder kurz darauf. 1418 Doctor decretorum in Padua (Padova, Veneto), 1421 vom Kapitel zum Bischof von Freising (Bayern) gewählt, doch wurde Nicodemus della Scala an seine Stelle gesetzt, Grünwalder darauf 1424 Februar 14 zum Generalvikar ernannt. In Freising und Bayern wirkte er für die Reform der Benediktinerklöster und Augustinerchorherren-Stifte. Nach dem Tod della Scalas 1443 vom Freisinger Kapitel erneut zum Bischof gewählt, versuchte er gegen Heinrich Schlick (den Bruder von König Friedrichs III. Kanzler Kaspar Schlick), Papst Eugen IV. und König Friedrich III. selbst das Bistum zu gewinnen, das er aber erst 1448 erhielt. In diesem Streit verfasste Antonio Roselli ein Rechtsgutachten für die päpstliche Seite. Seit Januar 1432 nahm Grünwalder am Konzil von Basel teil, wo er in die Deputatio pro reformatorio gewählt wurde. Sein Stiefbruder Herzog Wilhelm III. von Bayern-München war 1432/33 Konzilsprotektor. Seit 1437 von Basel abwesend, 1440 Juli Rückkehr, 1440 Oktober 12 Erhebung zum Kardinal von S. Martino ai Monti durch den Konzilspapst Felix V., † 1452 Dezember 2 in Wien. – Eine bedeutende Sammlung von Basler Konzilsschriften aus Grünwalders Besitz liegt vor in der Hs. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 6490, W. Krämer, Konsens und Rezeption. Verfassungsprinzipien der Kirche im Basler Konziliarismus (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters, Neue Folge, 19), Münster/Westfalen 1980, 33, 41 n. 69, 47 n. 84, 317, E. Meuthen, Juan González, Bischof von Cádiz, auf dem Basler Konzil, Annuarium historiae conciliorum 8 (1976) 250-293 (ZDB), 250-293 hier 258, E. Meuthen, Cusanus-Texte. 2,2: De maioritate auctoritatis sacrorum conciliorum supra auctoritatem papae (Sitzungsberichte Heidelberg, Phil.-hist. Klasse, 3), Heidelberg 1977, 9-10. Das Bücherverzeichnis im Nachlassinventar von 1453 ist ediert in G. Glauche – H. Knaus, Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz. 4,2: Bistum Freising. Bistum Würzburg, München 1979, 630-633, dort auch Verweise auf autographe Briefe vom Konzil an Herzog Albrecht III. von Bayern und über Spuren von Grünwalders Bücherbenutzung.

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen

Letzte Änderung: 10.09.2019