Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Johannes de Segovia

(Johannes von Segovia)

GND 118712705 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Mit vollem spanischen Namen: Juan Alfonso González de Segobia. Geboren um 1395, Magister theologiae in Salamanca 1422. 1433 April 8 persönlich, 1434 August 27 als Gesandter der Universität Salamanca dem Basler Konzil inkorporiert, dessen Geschichte er nach dem Ende des Konzils 1449 schrieb. 1434-1436 mit Kardinal Juan Cervantes an der päpstl. Kurie in Florenz, 1438/39 betrieb er die Absetzung Papst Eugens IV., 1438-1444 vertrat er den Standpunkt des Konzils auf den deutschen Reichstagen, vgl. G. Beckmann, Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Erste Abteilung, zweite Hälfte: 1438 (Deutsche Reichstagsakten, 13,2), Stuttgart - Gotha 1916 (https://sources.cms.flu.cas.cz), 808-826, H. Weigel, Deutsche Reichstagsakten unter König Albrecht II. Zweite Abteilung: 1439 (Deutsche Reichstagsakten, 14), Stuttgart - Gotha 1935 (https://sources.cms.flu.cas.cz), 347-390, 392-394, H. Herre, Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Erste Abteilung: 1440-1441 (Deutsche Reichstagsakten, 15), Gotha 1914 (https://sources.cms.flu.cas.czhttps://sources.cms.flu.cas.cz), 648-765, 852-864 und R. de Kegel, Johannes de Segovia. Liber de magna auctoritate episcoporum in concilio generali (Spicilegium Friburgense, 34), Freiburg/Schweiz 1995, 28 mit Auflistung der Traktate. Auf dem Konzil griff er in die Debatten um die Zulassung der vom Papst bestimmten Präsidenten ein, über den Laienkelch der Hussiten, die Unbefleckte Empfängnis Mariens und die Unionsverhandlungen mit der griechischen Kirche mit dem Problem des 'Filioque'. 1440 wurde er Kardinal des Gegenpapstes Felix V., 1449 Bischof von St-Paul-Trois-Châteaux (Drôme), 1451 Bischof von St-Jean-de-Maurienne (Savoie), 1453 Titular-Erzbischof von Caesarea 1453. † 1458 Mai 24 in dem ihm zugesprochenen Priorat Aiton (Savoie).

Sein umfangreiches Werk ist großenteils unediert (Aufstellung der Werke bei Hernández Montes und K. Utz). Von den verschiedenen Themenbereichen werden hier nur die kirchenpolitischen und die dem Islam gewidmeten Schriften berücksichtigt. Der Bücherbesitz ist durch seine Schenkungsurkunde für die Universität von Salamanca fassbar, siehe B. Hernández Montes, Biblioteca de Juan de Segovia. Edición y comentario de su escritura de donación (Bibliotheca theologica hispana. Ser. 2, Textos, 3), Madrid 1984. Eine Handschrift mit Schriften zum Islam und dem einschlägigen Briefwechsel mit Nikolaus von Kues, Jean Germain und Enea Silvio Piccolomini ging kurz vor dem Tod 1458 Mai an Piccolomini (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 2923), das Original der Konzilsgeschichte (Historia gestorum generalis synodi Basiliensis) an die Stadt Basel. Stücke aus einer Exzerptsammlung hat W. Krämer, Konsens und Rezeption. Verfassungsprinzipien der Kirche im Basler Konziliarismus (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters, Neue Folge, 19), Münster/Westfalen 1980, 416-433 aus dem Autograph Salamanca, Universidad de Salamanca. Biblioteca General Histórica, Ms. 246 veröffentlicht. Zu den Werken in Basler Handschriften sie M. Steinmann, Die Handschriften der Universitätsbibliothek Basel. Register zu den Abteilungen A I – A XI und O, Basel 1982, 467 und M. Steinmann, Die Handschriften der Universitätsbibliothek Basel. Register zu den Abteilungen C I – C VI, D-F sowie zu den weiteren mittelalterlichen Handschriften und Fragmenten, Basel 1998, 416-417.

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen

Letzte Änderung: 10.09.2019