Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Laurentius de Březová

GND 100956556 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Aus einer niederadeligen Familie stammend, geb. um 1371. Studium an der Universität Prag, dort 1389 Baccalareus und 1394 Magister. Er war Inhaber verschiedener Pfarrpfründen in Böhmen, wirkte aber hauptsächlich als Notar in Prag, wo er Beziehungen zum Hof König Wenzels IV. pflegte. Er gehörte dem gemäßigten Flügel der hussitischen Bewegung an. † nach 1437. Die Autorschaft der beiden unten genannten Werke ist für ihn gesichert, ihm wurden aber auch noch verschiedene andere Werke zugeschrieben: "Kniehy snového vykladanie" (Traumbuch), "Kronika světa" (Weltchronik, Nationalbibliothek Prag, Ms. XVII.F.47), "Tkadleček" (Ein kleiner Weber), "Kratké sebranie z kronik českých k výstraze věrných Čechóv" (Kurze Sammlung aus den böhmischen Chroniken zur Warnung für treue Tschechen), eine Notiz Alexanders des Großen zu den Slawen, das Flugblatt von der Versammlung auf dem Berg Bzí, manche Lieder aus dem Jistebnitzer Kanzional, die Satiren aus der Bautzener Handschrift, Pašije M. Jana Husi (Leiden des Magisters Jan Hus), "Pašije mistra Jeronýma" (Leiden des Magisters Hieronymus), "Chronicon anonymi" sowie der Traktat "O slávě Čechuov, Boemuov a Slovakuov" (Über den Ruhm der Tschechen, Böhmen und Slawen), ferner tschechische Übersetzungen der Reisebeschreibung des John de Mandeville, der Historia scholastica des Petrus Comestor und der "Prosa über Alexander den Großen". Diese Hypothesen werden aber weitgehend abgelehnt. Laut J. Kalivoda verfasste Laurentius möglicherweise manche Prager Blätter und Manifeste. Unbeantwortet bleibt schließlich die Frage nach der möglichen Autorschaft des Laurentius für die Werke "Porok Koruny české" (Vorwurf der böhmischen Krone), "Žaloba koruny české" (Klage der böhmischen Krone) und "Hádání Prahy s Kutnou Horou" (Streit zwischen Prag und Kuttenberg).

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen

Letzte Änderung: 29.06.2020