Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Ecbasis cuiusdam captivi per tropologiam

(Flucht eines Gefangenen in Form einer Allegorie)

Repertorium Fontium 4, 269

Autor
Entstehungszeit um 1030-1100
Berichtszeit um 1030-1100
Gattung Dichtung; Allegorie
Region Oberlothringen
Schlagwort Orden: Benediktiner
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Oder Ecbasis captivi per topologiam - so der überlieferte Titel in Hs. A, von Grimm (1838) verändert zu "tropologiam", da der Text eine Fülle von Klassikerzitaten, besonders aus Horaz, enthält. Allegorische Fabel in 1229 leoninischen Hexametern, die von der Flucht eines Kalbes aus seinem Stall, seiner Gefangennahme durch den Wolf und seiner Befreiung durch den Fuchs erzählt. Erzähler (Kalb) ist anscheinend ein Mönch aus dem Kloster St-Evre (O.S.B., Meurthe-et-Moselle, dioec. Toul); die einzige Überlieferung stammt aus Trier, und mehrfach wird auf Orte in Lothringen Bezug genommen, so dass das Gedicht auf jeden Fall in dieser Gegend entstanden ist. Auf welche historischen Ereignisse angespielt wird (falls das überhaupt der Fall ist), bleibt unklar; unklar ist dementsprechend auch die Datierung des Werks. Erwähnt werden die beiden Könige Konrad und Heinrich; früher hat man dabei an Konrad I. († 918) und Heinrich I. († 936) gedacht und das Gedicht deshalb ins 10. Jh. datiert, heute deutet man die Namen eher auf Konrad II. († 1039) und Heinrich III. († 1056) oder auf Heinrich IV. († 1106) und seinen Sohn Konrad († 1101) und setzt das Werk folglich in die Mitte oder an das Ende des 11. Jh. Inc.: Cum me respicio transactaque tempora volvo, H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959, 3661.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Übersetzungen – Transl.

Deutsch

Englisch

Französisch

Niederländisch

Spanisch

Literatur zum Werk – Comm.

Erwähnungen in Autorartikeln

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 10.09.2019