Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Decretales

(Dekretalen)

Repertorium Fontium 6, 460

Autor Isidorus, pseudo
Entstehungszeit 847-852
Berichtszeit 847-852
Gattung Kirchenrecht
Region Frankenreich
Schlagwort Kanonisches Recht; Fälschung/Fiktion
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Lemma- und Forschungstitel, in den Handschriften (Klasse A2, Capitulatio) für die Papstdekretalen auch als Decreta pontificum a sancto Clemente usque ad Damasum xxxta sex. Aus verschiedenen Quellen kompilierte Sammlung des Kirchenrechts, bestehend aus folgenden Teilen: a) Dekretalen, authentischen und fingierten Schreiben der Päpste von Anaclet I. (76-88) bis Gregor II. (715-731), sowie Konzilsakten und anderen Akten, darunter das Constitutum Constantini, das durch die Dekretalen verbreitet wurde. Als Rechtssammlung genoss das Werk seit dem 11. Jh. hohe Anerkennung und wurde in Teilen vermutlich indirekt in das Decretum (Gratiani) aufgenommen und so weiter tradiert. Als Fälschung wurden die Dekretalen erst im 16. Jh. durch die Magdeburger Zenturiatoren und durch den protestantischen Theologen David Blondel entlarvt. b) die Collectio Hispana Gallica Augustodunensis, benannt nach einer Handschrift aus Autun (Saone-et-Loire), bislang unediert und in der Handschrift Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 1341 tradiert, die in Gallien verbreitete Fassung der Collectio Hispana, einer spanischen Sammlung von Konzilstexten und Papstbriefen. c) die Capitula Angilramni; d) die Capitularia des Benedictus Levita. Zu einer ausführlicheren aktuellen Beschreibung siehe http://www.pseudoisidor.mgh.de. Eine Neuedition der Dekretalen für die MGH wird von E. Knibbs vorbereitet.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Übersetzungen – Transl.

Englisch

Literatur zum Werk – Comm.

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 25.06.2020