Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Collectio septuaginta quattuor titulorum

(74-Titel-Sammlung)

Repertorium Fontium 3, 508

Autor
Entstehungszeit 1050-1075
Berichtszeit
Gattung Kirchenrecht
Region Italien bis 1200; Niederlothringen; Frankreich bis 1200
Schlagwort Kanonisches Recht
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Auch Diversorum patrum sententiae genannt. Systematische Kanonessammlung in 74 Titeln mit insgesamt 315 Kapiteln, nach P. Fournier entstanden um 1050, nach P. Palazzini um 1060, nach J. Stickler und J. Gilchrist erst 1073/75 in Rom. L. Fowler-Magerl sieht dagegen keinen Zusammenhang mit dem Reformpapsttum, sondern einen monastischen Hintergrund der Sammlung und lokalisiert sie nach Lothringen, genauer nach Köln, nachdem bereits A. Michel und ursprünglich auch J. Gilchrist den Lothringer Humbert von Silva Candida für den Autor gehalten hatten. Zuletzt hat sich Ch. Rolker (2009) für eine Entstehung in Nordfrankreich ausgesprochen, am ehesten in Reims. Mit 27 vollständigen oder fragmentarischen Handschriften ist der Text recht breit überliefert. Es lassen sich drei Fassungen erkennen, eine italienische mit einer Haupthandschrift aus Montecassino (O.S.B., Lazio), eine Lütticher und eine schwäbische mit der Appendix ad collectionem LXXIV titulorum des Bernold von Konstanz. Hinzu kommen einige Kurzfassungen und Bearbeitungen. Bedeutend ist die Sammlung einerseits wegen ihrer umfassenden Rezeption der falschen Dekretalen des Pseudo-Isidor, andererseits wegen ihrer starken Wirkung auf spätere Sammlungen. Inc.: De primatu Romanae ecclesiae.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Übersetzungen – Transl.

Englisch

Literatur zum Werk – Comm.

Erwähnungen in Autorartikeln

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 04.03.2020