Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Miraculum saltantium

(Tanzwunder von Kölbigk)

Repertorium Fontium 7, 607

Autor
Entstehungszeit 1016-um 1100
Berichtszeit 1016-1021
Gattung Mirakelbericht
Region Sachsen und Thüringen
Schlagwort Tanz
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Bericht über das Tanzwunder von Kölbigk (Cölbigk bei Bernburg/Saale, Sachsen-Anhalt), wo angeblich im Jahr 1016 oder 1021 einige tanzende Jugendliche von einem Priester verflucht wurden und ein ganzes Jahr lang weitertanzen mussten. Der realhistorische Gehalt der Erzählung wird neuerdings grundsätzlich angezweifelt (G. Rohmann). Erhalten sind drei lateinische Fassungen, diese gehen sämtlich auf eine gemeinsame Vorlage des 11. Jh. zurück, die vielleicht vom Ort des Geschehens stammt (E. E. Metzner), vielleicht aber aus dem Kloster Echternach (O.S.B., Luxembourg, dioec. Trier) (J. Schroeder). Die erste Fassung ist anonym (a), die zweite wird einem Otbert zugeschrieben (b), die dritte einem Dietrich (c); beide haben das Wunder angeblich am eigenen Leib erlebt. Die Geschichte war seit dem 12. Jh. sehr weit verbreitet. In den Text eingeschaltet ist ein vierzeiliges Tanzlied, das aus der ursprünglichen deutschen Fassung übersetzt ist. Inc.: Anno incarnationis domini nostri Jhesu Christi 1018, indictione 15, in loco qui dicitur Colebeke (a), Ego peccator nomine Othbertus etsi vellem tegere peccatum meum (b), Romanus orbis novit et hodierna iuventus recolit (c).

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Literatur zum Werk – Comm.

Letzte Änderung: 15.10.2020