Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Reformatio Sigismundi

(Reformation Kaiser Siegmunds)

Repertorium Fontium 9, 455

Autor
Entstehungszeit 1439
Berichtszeit 1439
Gattung Traktat; Staatsschrift/Fürstenspiegel
Region
Schlagwort Kirchenreform; Reichsreform
Sprache Deutsch

Beschreibung

Traktat eines anonymen und bislang nicht identifizierten Verfassers in deutscher Sprache über die Reform von Kirche und Reich, verfasst 1439 während des Konzils von Basel. Der Text besteht aus einer Vorrede, aus der geistlichen und der weltlichen Reformation sowie einer Visionserzählung des Kaisers Sigmund. Die Reformvorschläge für die Kirche betonen die Bedeutung der Seelsorge durch einen gut ausgebildeten und von der Zölibatspflicht befreiten Weltklerus gegen die Mönchsorden, propagieren die Befreiung der Bischöfe von der Ausübung weltlicher Gewalt und die ausschließliche Verwendung der Diözesanpfründen für die Seelsorge sowie die sorgfältige Wahrung der geistlichen Disziplin durch die Bischöfe. Der Inhalt der "Reformation" berührt sich in manchem mit dem Reformtraktat des Lübecker Bischofs Johannes Schele, den Avisamenta reformacionis in curia et extra. Die Vorschläge zur Reichsreform sind nachrangig gegenüber denen zur Kirchenreform. Zur Überlieferung waren außer zwei unvollständigen Sonderfassungen (K, G) bis 1952/54 nur Handschriften und (Früh-)Drucke der Vulgatfassung V bekannt. Die seitdem bekannt gewordenen, die dem Original wohl am nächsten kommende Handschrift N: Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Cod. Fol. 73 und die Handschrift P: Weimar, Thüringisches Hauptstaatsarchiv, Cod. Fol. 181 sind mit V bei Edd. Koller parallel abgedruckt. Inc.: Almechtiger got, schöpffer himels und ertrichs, gib krafft und thü genad.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Literatur zum Werk – Comm.

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 18.12.2019