Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Synode in Montecassino 869

Repertorium Fontium 8, 390

Autor
Entstehungszeit 869
Berichtszeit 869
Gattung Synodalakten
Region Italien bis 1200
Schlagwort Amtseinsetzung/Amtsabsetzung; Eherecht; Bischofsabsetzung
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Um seine Eheangelegenheit endgültig zu klären, reiste König Lothar II. im Sommer 869 nach Italien zu Papst Hadrian II. In seinem Gefolge war auch der 863 abgesetzte Erzbischof Gunthar von Köln. Sie trafen den Papst im Kloster Montecassino (Lazio). Dort akzeptierte Gunthar öffentlich vor einer Synode 869 Juli 1 seine Verurteilung und wurde daraufhin zur Laienkommunikation zugelassen. Danach traf der König in Rom noch mehrfach mit dem Papst zusammen, konnte aber keine Lösung der Ehefrage erreichen. Er starb 869 August 8 auf der Rückreise in Piacenza (Emilia-Romagna). Neben einem ausführlichen Bericht in den Annales Bertiniani, in dem auch der Wortlaut von Gunthars Unterwerfungseid enthalten ist, bezieht man die anonym überlieferte Ansprache eines Geistlichen auf die Synode in Montecassino und schreibt sie Papst Hadrian II. zu. Doch gibt es auch andere Zuschreibungen sowie eine abweichende Datierung und Lokalisierung der Synode auf Rom 869 Juli 9. Inc.: Quod vestra Deo digna paternitas. In der einzigen Überlieferung des Texts folgt auf die Ansprache eine Sammlung von Exzerpten aus Pseudo-Isidor zur Machtstellung des Papsttums. Ob sie ebenfalls zu dieser Synode gehört, ist fraglich.

Handschriften – Mss.

Ausgaben – Edd.

Literatur zum Werk – Comm.

Letzte Änderung: 10.09.2019