Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Honorius Augustodunensis

GND 119066548 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Über das Leben des Honorius ist fast nichts bekannt. Eine Liste seiner Werke hat er selbst im letzten Abschnitt seiner kirchlichen Literaturgeschichte De luminaribus ecclesiae herausgegeben mit der Angabe seiner Lebenszeit unter Kaiser Heinrich V. (1106-1125). Der Autorenkatalog De scriptoribus ecclesiasticis des sog. Anonymus Mellicensis beschreibt den Stand des Honorius als "monachus", Handschriften als "monachus", "solitarius", "inclusus", ein Leben als Kanoniker in einem früheren Lebensabschnitt wird erwogen. Vor 1100 scheint er sich in England im Umkreis des Anselm von Canterbury bewegt zu haben, mit dessen Schriften und Themen sich die seiner Werke berühren. Honorius zeigt sich in seinen Werken als ein Anhänger der Kirchenreform. Zu Augustodunum = Autun (Saône-et-Loire) lässt sich keine Verbindung ziehen, vielmehr scheint Honorius nach 1109/10, vielleicht im Zusammenhang mit der Heirat Mathildes von England mit Heinrich V. 1114, nach Regensburg gezogen und nach 1126 dort als Inkluse gelebt und geschrieben zu haben. Eine neuere Deutung verbindet die Bezeichnung "Augustodunensis ecclesia" mit der Alten Kapelle in Regensburg als mit dem Kaiser verbunden, v. Comm. gen. Flint (1995) 113-117. Die handschriftliche Überlieferung legt auch Verbindungen zum Kloster Lambach (O.S.B., Oberösterreich, dioec. Passau) nahe. Für die von Flint (1982) angenommene Lebensstation Augsburg lassen sich keine stichhaltigen Gründe anführen, vgl. dazu McCarthy (2004), jedoch schon eingeschränkt durch Flint (1995) 113 n. 82. Eine Gesamtübersicht der Handschriften bietet Comm. gen. Flint (1995) 159-175. Bei den im Folgenden aufgeführten Werken sind nur diejenigen zur Kosmologie und zur Kirchenreform berücksichtigt, nicht die exegetischen.

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 10.09.2019