Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Nicolaus de Tudeschis

(Niccolò de' Tudeschi / Niccolò Tedeschi)

GND 118588028 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Auch mit weiteren Beinamen als Kanonist: Abbas Siculus, Abbas Panormitanus, Abbas modernus (gegen den nicht identifizierten Kanonisten des 13. Jh. "Abbas antiquus"), Selbstnennung als Nicolaus de Tudisco. Geboren 1386 in Catania (Sicilia). Studierte Kirchenrecht in Bologna (Emilia-Romagna) oder Padua (Padova, Veneto) unter Francesco Zabarella, lehrte in Bologna, Siena (Toscana) und Parma (Emilia-Romagna), war 1425 bis 1435 Abt der Benediktinerabtei S. Maria de Maniaco bei Messina (Sicilia). 1434 durch König Alfons V. von Neapel und Sizilien zum Erzbischof von Palermo (Sicilia) ernannt, vom Gegenpapst Felix V. 1440 zum Kardinal erhoben, † 1445 Februar 24 und im Dom von Palermo beigesetzt. Seine Bedeutung als Autor beruht auf den weit verbreiteten Kommentaren zu den Dekretalen Gregors IX., zum Liber Sextus und den Clementinen; überliefert ist auch ein Fragment zum Decretum (Gratiani), des weiteren Consilia, Repetitiones, Quaestiones; Handschriften und Drucke dazu bei K. Pennington, in: Niccolò Tedeschi (Abbas Panormitanus) e i suoi Commentaria in Decretales, hg. von O. Condorelli, Roma 2000, 9-36, zur kanonistischen Tätigkeit nur ausgewählte Literatur in Comm. gen. Hier sind die Reden und Traktate aufgenommen, die das Konzil von Basel betreffen. – Tudeschi gehörte 1432 zur Gesandtschaft, die Papst Eugen IV. zur Abwendung seiner Absetzung und Anerkennung des Konzils nach Basel schickte, wechselte jedoch 1433 auf die Seite der gemäßigten Konziliaristen und nahm ab 1436 als Gesandter König Alfons V. am Konzil von Basel teil, dessen Vorsitzender er 1438 nach der Verlegung nach Ferrara wurde. 1441-1443 hielt er sich erneut in Basel auf.

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen

Letzte Änderung: 10.09.2019