Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Hildegardis abbatissa Montis S. Ruperti

(Hildegard von Bingen)

GND 118550993 – Dt. Biographie DNB

Leben – Vita

Geboren 1098 in Bremersheim bei Alzey (Rheinland-Pfalz), 8-jährig der Reklusin Jutta von Spanheim auf dem Disibodenberg anvertraut, 1113/14 Profess, 1136 Magistra der zum Konvent angewachsenen Frauengemeinschaft, 1147-52 Bau eines Frauenklosters auf dem Rupertsberg bei Bingen (O.S.B., Rheinland-Pfalz, dioec. Mainz), nach 1160 mehrere Predigtreisen, † 1179 September 17. Die Überlieferung der Visionsschriften ging planmäßig vom Skriptorium Rupertsberg zu Lebzeiten Hildegards und in den Jahrzehnten bis zur fehlgeschlagenen Kanonisation im 13. Jh. aus, danach gibt es nur gelegentliche Rezeptionsspuren. Abschriften finden sich vor allem aus der Tradition der befreundeten Klöster im Rhein-Moselgebiet und in Brabant. Eine gesonderte Vermittlung der visionären Schriften liegt in den Auszügen des Gebeno von Eberbach (um 1220) vor. Autobiographische Fragmente sind erhalten in der Vita S. Hildegardis virginis, die ihr Sekretär Volmar von Disibodenberg angelegt und die von Gottfried von Disibodenberg und Theoderich von Echternach ausgeführt wurde, P. Dronke, Women Writers of the Middle Ages. A Critical Study of Texts from Perpetua (†203) to Marguerite Porete (†1310), Cambridge 1984, 231-241. Zu den verschiedenen mittelalterlichen Quellen zur Biographie A. Silvas, Jutta and Hildegard. The biographical sources (Medieval women: Texts and Contexts, 1), Turnhout 1998. – Aus der kaum überschaubaren Literatur werden hier nur die zur Lebensgeschichte und Quellenkunde relevanten Beiträge aufgenommen. Neuere Bibliographien und Literaturübersichten sind: J. Koch, Der heutige Stand der Hildegard-Forschung, Historische Zeitschrift 186 (1958) 558-572 (ZDBZDBdigital), G. J. Lewis, Bibliographie zur deutschen Frauenmystik des Mittelalters (Bibliographien zur deutschen Literatur des Mittelalters, 10), Berlin 1989, 66-145, M.-A. Aris, Hildegard von Bingen. Internationale wissenschaftliche Bibliographie unter Verwendung der Hildegard-Bibliographie von W. Lauter (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 44), Mainz 1998, M. Goullet, 900e anniversaire de la naissance d'Hildegarde de Bingen (1098-1179). Quelques ouvrages récents, Francia. 1: Mittelalter 26 (1999) 195-199 (ZDBZDBdigital), F. J. Felten, Hildegard von Bingen 1198-1998 oder: Was bringen Jubiläen für die Wissenschaft?, Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 59 (2003) 165-193 (ZDBZDBdigital) (Sammelrezension), F. W. Bautz, in: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, 2, hg. von Fr. W. Bautz, Hamm 1990, 846-851.

Werke

Allgemeine Literatur – Comm. gen.

Erwähnungen

Letzte Änderung: 14.10.2020